Bildung – Kitas und Schulen

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Informationen zu Schule und Kita sowie Familien-Tipps

Nach aktuellem Stand werden die Schulen schrittweise wieder geöffnet und in Kitas die Notbetreuung sukzessive ausgeweitet. Unsere Familien-Tipps finden Sie im unteren Bereich.

Schulen

Das Niedersächsische Kultusministerium hat einen aktualisierten Fahrplan zur Wiederöffnung der Schulen hat am 14. Mai 2020 veröffentlicht. Hier finden Sie die entsprechende Pressemitteilung.
Als Infektionsschutzbehörde und Schulträger hat sich der Landkreis Lüneburg intensiv auf die schrittweisen Schulöffnungen vorbereitet und in allen Schulen Hygienemaßnahmen vorgenommen.

Den aktuellen Hygieneplan (Stand 23.04.20) des niedersächsischen Kultusministeriums finden Sie hier.

Fahrplan zur Wiedereröffnung der Schulen (Stand 14.05.20)

Fahrplan allgemeinbildende Schulen

Fahrplan für die berufsbildende Schulen

Aktualisierter Fahrplan und Infobrief vom Niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne (Stand 14. Mai 2020)

Leitfaden für Schulleitungen, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte an Schulen

Lernen zu Hause – Leitfaden für Eltern, Schülerinnen und Schüler (Arabisch), (Englisch), (Türkisch)

Bei Fragen zur Schließung von Schulen wenden Sie bitte sich an die Landesschulbehörde unter der Telefonnummer:
04131 15 22 22 oder
www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de

Schülerbeförderung
Die Schülerbeförderung läuft mit dem regulären Busfahrplan seit dem 27. April 2020 wieder normal. Die Schülerzahlen werden vom Landkreis weiter beobachtet, und laufend geprüft, ob zusätzliche Busse eingesetzt werden müssen.

Anmeldetermine der weiterführenden Schulen
Diese Termine wurden verschoben, Aktuelle Informationen finden Sie hier.

Die Landesschulbehörde Niedersachsen hat auf Ihrer Webseite eine umfangreiche Sammlung mit Fragen und Antworten zum Thema Einrichtungsschließung, Notbetreuung Wiederaufnahme des Unterrichts zusammengestellt

Kitas, Krippen und Horte

Kitas, Krippen und Horte bleiben nach aktuellem Stand (06.05.20) bis zu den Sommerferien geschlossen. Eine sukzessive Ausweitung der Notbetreuung (zunächst 40%) ist jedoch vorgesehen.
Fragen zu den geschlossenen Kitas beantworten die jeweiligen Kommunen (Mo. bis Fr. 8 bis 16 Uhr) unter folgenden Telefonnummern:

Hansestadt Lüneburg: 04131 309-3100 (Mo. bis Fr. 8 bis 18 Uhr)
Gemeinde Adendorf: 04131 9809-15
Gemeinde Amt Neuhaus: 038841 607-0
Samtgemeinde Amelinghausen: 04132 9209-73
Samtgemeinde Bardowick: 0151 62828344
Samtgemeinde Dahlenburg: 05851 86-0
Samtgemeinde Gellersen: 04131 6727-216
Samtgemeinde Ilmenau: 04134 908-15 (nur Anrufbeantworter)
Samtgemeinde Ostheide: 04137 8008-61
Samtgemeinde Scharnebeck: 04136 9077-500
Stadt Bleckede: 05852 977-0 und 977-38

Familien Sorgentelefon
Für Familien, Eltern, Jugendliche und Kinder aus der Hansestadt und dem Landkreis Lüneburg hat die Erziehungsberatungsstelle ein Sorgentelefon geschaltet:
04131 26-1680 (Mo. bis Fr. 9 bis 12 Uhr)

Familien-Tipps

Alle Familien-Tipps als PDF

Tipps für ein friedvolles Miteinander

  1. Wenn Eltern gestresst sind, nörgeln sie mehr und loben weniger. Damit laufen sie jedoch Gefahr, dass ihr Kind genau das Verhalten wiederholt, was vorher kritisiert wurde. Nehmen Sie sich stattdessen Zeit, positives Verhalten angemessen wertzuschätzen.
  2. Kinder reagieren bei Enttäuschung oft mit heftigen Gefühlsausbrüchen. Lassen Sie sich nicht davon anstecken und gehen Sie auch nicht dagegen an. Atmen Sie durch und überlegen Sie, wie Sie geschickt aus der schwierigen Situation herauskommen, sonst entsteht schnell eine konfliktträchtige Endlosschleife.
  3. Halten Sie es aus, wenn Ihr Kind mit Ihnen unzufrieden ist, wenn es nicht das bekommt, was es will. Statt immer neuer Erklärungen sind klare und genaue Ansagen gefragt.
  4. Nehmen Sie sich über den Tag verteilt mehrere kurze Zeitspannen, in denen Sie sich zu 100 Prozent auf Ihr Kind einlassen. Sagen Sie Ihrem Kind aber auch deutlich, wenn es gerade nicht geht. Halbe Aufmerksamkeit ist für beide Seiten unbefriedigend und führt zu Frust.
  5. Die Zufriedenheit der Eltern beeinflusst das Erziehungsverhalten sehr stark. Also: Sorgen Sie gut für sich selbst, seien Sie nachsichtig und akzeptieren Sie, dass nicht alles perfekt läuft.

Tipps für einen geregelten Medienkonsum:

Eltern haben momentan die Aufgabe, den Medienkonsum ihrer Kinder besonders achtsam zu begleiten. Digitale Medien sollen sich nicht als Lückenfüller für Leerstellen hervortun, die sich für Familien momentan ergeben. Die Rückkehr in einen regulären Alltag muss nach wie vor möglich sein. Darum gilt es zweigleisig zu fahren, analog und digital:

1. Einerseits ist ein erhöhter Gebrauch digitaler Medien nachvollziehbar und noch kein Grund zu übermäßiger Sorge. Schließlich fallen für Lernen, Kontaktpflege und Unterhaltung gerade Schule, Verein oder persönliche Treffen aus. Somit ist die verstärkte Mediennutzung momentan auch ein Stabilisator. Daher hat sie als solche gerade auch positiven Effekte.

2. Anderseits ist es wichtig, dass die „erzieherische Begleitung der Eltern“ nicht vollends ausfällt:

a. Mehr noch als auf die Dauer, kommt es momentan auf den Inhalt an. Es ist weniger bedenklich, dass das Kind auch mal länger als empfohlen im Internet surft, wenn es sich auf altersgerechten Seiten aufhält und/oder von den Eltern über eine gewisse Zeit begleitet wird.

b. Es müssen verbindliche Regeln vereinbart und auf bildschirmfreie Zeiten geachtet werden. Wie in der Schule sollten Pausenzeiten festgelegt werden, in denen sich Kinder ohne digitale Medien beschäftigen. Damit Eltern nicht unnötige Auseinandersetzungen führen, sollten „Richtzeiten“, also ein Zeitfenster, abgesprochen werden. Bei Computerspielen gibt es z.B. Speicherpunkte, an denen ein Spielstand automatisch abgespeichert wird. Falls Ihr Kind abrupt sein Spiel beenden muss, wird das sehr wahrscheinlich zu einem Streit führen.

c. Familienzeiten am Morgen und Abend sollten analog gestaltet werden, beispielsweise mit gemeinsamem Mahlzeiten, basteln oder Gesellschaftsspielen.

Besser als alle Verbote wirkt das gute Beispiel der Eltern. Falls es klare Regeln gibt (etwa „kein Smartphone beim Essen“), dann sollte diese Regel für alle am Tisch gelten.

Tipps bei Geschwisterzwist:

  • Geschwister müssen lernen, dass sie unterschiedlich behandelt werden. Wenn der kleine Bruder neidisch auf die neue Spielkonsole des älteren Bruders ist und sich lautstark über diese Zurücksetzung und Ungerechtigkeit beschwert, fühlen sich viele Eltern unter Druck gesetzt. Sie glauben, die Kinder gleich behandeln zu müssen und fangen an, nach einer Ausgleichshandlung für das benachteiligte Kind zu suchen. Das ist aber nicht sinnvoll. Das beharrliche Bemühen um Gleichbehandlung erzeugt erst das Problem, das man besiegen will: Kinder schauen immer argwöhnischer darauf, was andere bekommen. Wichtig ist nicht, dass die Kinder in jeder Situation gleichbehandelt werden. Allein unter dem Strich sollte es so sein.
  • Rivalität und Streitereien gehören zum Geschwisterleben. Wenn sich Geschwister schlagen oder beschimpfen, dann sollten die Eltern sie erst einmal trennen. Die Botschaft muss lauten: „Ihr könnt gerne zusammen sein, wenn ihr besser miteinander umgeht.“ Es ist nicht sinnvoll, wenn Eltern übereilt oder einseitig Partei für ein Kind ergreifen. Warum? Während Kinder vordergründig um Kleinigkeiten kämpfen, geht es im Hintergrund zumeist um die Zuwendung der Eltern, Angst um den zustehenden Platz in der Geschwisterreihenfolge und um die eigene Selbstbestimmtheit bzw. das eigene Selbstwertgefühl. Eltern appellieren vielfach an die Vernunft des älteren Kindes. Dies erzeugt Frust und schlechte Laune und ist genau genommen auch nicht fair. Zuwendung gegenüber dem älteren Kind entspannt deshalb die Streitigkeiten eher, denn auch kleine Kinder müssen sich an Regeln halten.
  • Vermeiden Sie Vergleiche zwischen ihren Kindern! Die meisten Geschwister führen eine Hassliebe. In ihrer Beziehung gibt es Zuneigung, Zusammenhalt, Rivalität und Eifersucht. Zudem stehen Geschwisterkinder in Konkurrenz um die Zuwendung und Aufmerksamkeit der Eltern. Genau das wird täglich neu verglichen und verhandelt. Die Regeln des fairen Kräftemessens müssen erst gelernt werden. Vergleiche der Eltern verstärken diesen Wettkampf negativ, weil sie die Verlustängste der Kinder steigern: „Nimm dir doch mal ein Beispiel an…“ kann also dazu führen, dass der Streit zunimmt und nicht nachlässt.

Wie erkläre ich Corona? Hinweise und Anregungen für Eltern:

  • Eine klare Orientierung und eine sichere Bindung
    Das sind zwei Ankerpunkte, damit ein Kind eine Krisensituation gut bewältigt: „Es ist seltsam, was gerade passiert. Ich bin für dich da und wir stehen das durch.“
  • Gesprächsbereitschaft
    Fragen Sie Ihr Kind, was es gehört hat, was es schon weiß oder fragen Sie nach seinen Einschätzungen, Gedanken und Sorgen. Ängste bzw. Angstreaktionen sind in dieser Situation normal und nicht bedrohlich. Nehmen Sie diese ernst und besprechen oder tun Sie Dinge.
  • Aktuelle Informationen vermitteln
    Reden Sie über den Istzustand und nicht über die Zukunft. Unsicherheiten gehören zur jetzigen Situation.
  • Altersgerechte Ansprache
    Orientieren Sie sich am Temperament, dem Entwicklungsgrad und dem Angstgrad Ihres Kindes. Verbreiten Sie keine Panik, erläutern Sie Probleme oder auch Regeln zum Kontaktverbot nur so intensiv, wie es im Moment unbedingt sein muss. Das Ziel aller Gespräche ist, dass es im Kopf und im Körper Ihres Kindes ruhiger wird und sich das Herz sicherer fühlt. Seien Sie ehrlich, wenn Sie selbst keine Antwort auf alle Fragen haben. Die Familie kann gemeinsam überlegen, wo sie passende Informationen findet.

Unterricht im Kinderzimmer: Wie lernen Kinder effektiv zu Hause?

In der Corona-Krise müssen viele Eltern den Lernalltag ihrer Kinder selbst gestalten – und ein Ende ihres Einsatzes ist für die meisten noch nicht in Sicht. AnzeigeAlso gilt es, die kommende Zeit möglichst konstruktiv zu nutzen. Die Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Lüneburg gibt Tipps, wie Eltern die Chance erhöhen, dass ihre Kinder effektiv zu Hause lernen:

  1. Schaffen Sie eine gute Arbeitsatmosphäre: Die Aufgaben sollte das Kind an einem Tisch erledigen. Dies kann sowohl der eigene Schreibtisch als auch der Esstisch sein. Es sollte dort ausreichend Platz für Bücher und Hefte geben und ruhig sein. Das heißt: Das Smartphone ist aus.
  2. Formulieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Lernziele: Hat es beispielsweise Wissenslücken, welche es schwermachen, die vorgegebenen Aufgaben erfolgreich zu erledigen? Dann sollten Sie überlegen, ob und wie zunächst diese Lücken aufgefüllt werden können.
  3. Lassen Sie Ihre Kinder eigene Ideen verfolgen: Darüber entfaltet sich eine Aktivität und Begeisterung, die das Abarbeiten von Hausaufgaben in der Regel nicht hervorruft. Gerade, weil Kinder in der aktuellen Situation keinen regulären Freizeitangeboten nachgehen können, ist Spaß an der Sache unerlässlich.
  4. Nutzen Sie zwischendurch ruhig auch digitale Medien: Sie können klug und dosiert eingesetzt eine abwechslungsreiche Unterstützung sein. Es gibt viele hochwertige Lernportale, die derzeit kostenfrei angeboten werden.
  5. Jeder Mensch lernt anders. Das sollten Sie bedenken:
  6. Wann lernt Ihr Kind am besten? Diese Frage ist wichtig, ansonsten entstehen unnötige Konflikte. Sie sollten also Ihren Morgenmuffel länger schlafen lassen.
  7. Einige Kinder brauchen eine klare Struktur mit einer festen Abfolge von Lernfächern. Andere Kinder vertiefen sich lieber für mehrere Stunden in ein Thema. Dies sollten Sie berücksichtigen. Und auch Pausen dürfen nicht zu kurz kommen.
  8. Die Corona-Pandemie entschleunigt das gesamte Leben: Für Familien kann das auch eine Chance sein. Denn sie gewinnen vor allem eines: Gemeinsame Zeit. Bernd Albrecht-Hielscher von der Erziehungsberatungsstelle meint: „Zurzeit ist geht es nicht darum, dass sich Ihre Kinder zu Hause genauso viel Wissen aneignen wie in der Schule. Möglicherweise ist es eine ausreichende Aufgabe, einfach nur Familie zu sein. Zudem kann es sein, dass Kinder gerade mehr über das Leben lernen als Schule ihnen vermitteln könnte.“

Pubertätskrach in Zeiten von Corona

Kontaktbeschränkungen, Betreuung der Geschwister, Prüfungsdruck: Viele Jugendliche stehen in der aktuellen Corona-Situation unter besonderer Anspannung. Diese Gemütsverfassung kann Streitereien innerhalb der Familie begünstigen. Verstärkt wird das Konfliktpotenzial dadurch, dass junge Menschen gerade in der Phase der Pubertät ihre Grenzen austesten wollen, impulsiv reagieren und ihre Entscheidungen überwiegend emotional und lustbetont treffen. Um Eltern den Umgang mit ihren pubertierenden Kindern zu erleichtern, hat die Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Lüneburg Tipps zusammengestellt:

  1. Ohne Streit wird es nicht gehen

Damit Konflikte nicht eskalieren, sollten Eltern Verständnis für die Anliegen bzw. Widerstände ihrer Kinder entwickeln und nicht gleich mit massiver Kritik und pauschalen Bewertungen reagieren. Und wenn es einmal lauter wird, kann man sich hinterher auch entschuldigen.

  1. Nur Nein sagen, reicht nicht

Verbote ohne Alternativen führen zwangsläufig in die Auseinandersetzung. Jugendliche sind –etwa durch soziale Medien – oft viel enger miteinander verbunden als Erwachsene. Erweitern Sie ruhig die Internetzeiten in einem begrenzten Rahmen und erlauben Sie etwas mehr Nutzung von sozialen Medien. Damit bieten Sie beispielsweise einen Ausgleich dafür, dass persönliche Begegnungen momentan stark reduziert sind.

  1. Verantwortung zutrauen

Die aktuellen Einschränkungen erlauben beispielsweise ein Treffen mit ein bis zwei Freundinnen oder Freunden unter strengen Auflagen. Nur, weil Ihr Kind die Einschränkungen infrage stellt, bedeutet dies nicht, dass es sich nicht an die Regeln hält, um ein wenig Freiraum zu bekommen.

  1. Eigenzeit organisieren

Eltern sollten ihren Kindern in der Pubertät dabei helfen, Eigenzeit zu nehmen, beispielsweise über Fahrradfahren, Laufen oder Spazierengehen. Wenn Sie da ein vernünftiges Verhältnis hinbekommen, vielleicht sogar gemeinsam einen Plan für die Woche machen, dann haben hoffentlich alle am Ende den Eindruck: Diese Tage waren ja gar nicht so langweilig oder so frustrierend wie gedacht.

  1. Was sonst noch hilft

Eine standhafte, wohlwollende und nachvollziehbare Grundhaltung der Eltern, Rückzugsorte und -momente für jedes Familienmitglied, häufige Telefonate mit Freundinnen, Freunden und anderen Familienangehörigen, gemeinsam aufgestellte Regeln für Medien-Konsum sowie Erlebnisberichte oder ein Tagebuch.

Familienregeln und wozu sie gut sind

  • Eltern erziehen ihre Kinder vorwiegend über ihre unmittelbare Vorbildfunktion. Kinder identifizieren sich bewusst oder unbewusst mit ihren Eltern und ahmen sie dann nach. Eltern können also nicht etwas einfordern oder aufstellen, was sie selbst nicht vorleben.

  • Regeln sollen Eltern dabei helfen, ruhig und friedvoll durch den Alltag zu kommen. Überreguliert werden darf der Familientag aber auch nicht, weil ansonsten ständig Diskussionen anstehen.

  • Regeln verhindern keine Konflikte. Sie sind im besten Sinne Orientierungshilfen und können das Familienleben entspannen.

  • Regeln sollten schrittweise gemeinsam mit den Kindern aufgestellt werden. Eine wöchentliche Familienkonferenz kann beispielsweise der Ort sein, in dem Abmachungen getroffen, verändert oder auch abgeschafft werden.

  • Regeln gelten für die gesamte Familie, ohne Ausnahme. Damit wird ein Rahmen festgelegt, in dem sich alle frei bewegen können.

  • Es gibt Regeln, die nicht verhandelbar sind. Diese beziehen sich auf die Familienmoral und stellen den Rahmen des Miteinanders dar. Jede Familie hat ihre ganz eigenen Vorstellungen, etwa ein ehrliches Verhältnis untereinander, Beziehungen auf Augenhöhe oder ein respektvoller Umgang. Diese Vorsätze sind im Kern unumstößlich und werden immer wieder neu eingeübt.

  • Beim Einhalten beziehungsweise Nichteinhalten von Regeln geht es nicht darum, zu belohnen oder zu bestrafen. Eltern, die sich nicht an eine Familienregel halten, haben normalerweise auch keine Konsequenzen zu befürchten. Auch Kinder wollen, dass das Familienleben klappt. Deshalb sollte bei einem Regelbruch herausgefunden werden, was helfen kann, dass es beim nächsten Mal besser funktioniert.

  • Wenn Eltern die Familienregeln glaubhaft mit Leben füllen, dann gelingt die Vorbildfunktion. Sie bauen eine natürliche Autorität auf, über die sie überzeugend wirken, ohne in Machtkämpfe abzurutschen.

Wenn sich das Kind zurückzieht

In der aktuellen Corona-Situation zeigen sich manche Kinder unausgeglichen und unruhig, andere ziehen sich eher zurück. Letzteres ist kein Zeichen von Langeweile, sondern von Unsicherheit und Resignation. Insofern ist der Rückzug auch ein Schutzraum, den sich das Kind um sich herum aufbaut. Dieses Verhalten gehört in Phasen – nicht nur während der Pubertät – zu jeder kindlichen Entwicklung. Manchmal gibt es aber auch einschneidende Ereignisse, auf die ein Kind damit reagiert. Für Eltern ist es gar nicht so einfach damit umzugehen, wenn ihr Kind missmutig oder schlecht gelaunt wirkt und niemanden an sich heranlässt. Wie Eltern mit ihren Kindern ins Gespräch kommen, weiß Bernd Albrecht-Hielscher von der Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Lüneburg:

1.    Eigene Gedanken und Gefühle mitteilen
Fassen Sie sich kurz und formulieren Sie Ihre Eindrücke sicher, gelassen und ruhig: „Ich sehe, dass es dir nicht gut geht“. „Ich spüre, dass du wütend bist“. „Ich glaube, dass du unsicher bist.“ „Ich denke, du fragst dich, ob du mit mir über etwas sprechen kannst.“

2.    Keine Diskussionen
Es ist nicht entscheidend, ob Ihr Kind zustimmt oder überhaupt irgendeine Gefühlsregung erkennen lässt. Wichtig ist, dass es Sie hört und sich der eigenen möglichen Gefühle bewusst wird. Nachdem Sie Ihre Eindrücke ausgesprochen haben, sollten Sie keine Diskussion darüber beginnen. Die eigene persönliche Wahrnehmung wird so stehen gelassen. Das ist wichtig.

3.    Druck vermeiden
Respektieren Sie, dass Ihr Kind nicht ausgefragt werden möchte. Falls Sie dies nicht beherzigen, erzeugen Sie einen unguten Druck. Dies führt zumeist dahin, dass das Kind etwas sagt, was nicht seinen Gefühlen entspricht. Druck erzeugt Lügen!

4.    Wünsche formulieren
Versetzen Sie sich in das Alter und die Situation des Kindes. Was würden Sie sich selbst (als Kind) tief in Ihrem Inneren wünschen? Welche Reaktion der Eltern wäre momentan hilfreich? Bestenfalls notieren Sie alles, was Ihnen einfällt. Erzählen Sie Ihrem Kind bei einer passenden Gelegenheit, was Ihnen gut getan hätte. Belassen Sie es bei dieser Auskunft und drängen Sie Ihr Kind nicht, dazu Stellung zu nehmen.

5.    Verstehen lernen
Sollte Ihr Kind anfangen zu reden: Stellen Sie die Fragen so konkret wie möglich. Allgemeinfragen kann ein Kind in der Regel nur schwer beantworten. Sie sollten Bewertungen lassen wie „Diese Angst musst du doch (bei uns) nicht haben.“ Es geht darum, dass Sie verstehen lernen, wovor sich Ihr Kind schützen möchte und unter welchen Bedingungen es sich öffnet oder verschließt.

6.    Was noch wichtig sein kann
Sie sollten nicht unangekündigt in das Zimmer Ihres Kindes eintreten und sagen: „Wir müssen mal mit dir reden“. Irgendwann muss das Kind sein Zimmer verlassen. Diesen Zeitpunkt sollten Sie abwarten. Der erste Schachzug könnte sein, eine Verabredung zu treffen, also eine Gemeinsamkeit zu finden, die beiden Seiten normalerweise Spaß macht. Das kann die Atmosphäre ändern, beispielsweise kann über das gemeinsame Anprobieren von Klamotten ein guter Austausch entstehen.